Group Exhibition Promotion Prize of the State of Styria for Contemporary Fine Arts Künstlerhaus, Graz 2010
Promotion Prize of the State of Styria for Contemporary Fine Arts 27.11.2010 - 16.01.2011 Curated by Christiane Meyer-Stoll
Das Bild erreicht keinen Zustand, sondern bleibt ein Ereignis, ohne deskriptive oder konstative Bezüge. Und provoziert damit jene delikate Vagheit, die den Impuls und die Unzulänglichkeit einer Eins-zu-Eins-Bedeutungserzeugung entblößt. Entsprechend Ludwig Wittgensteins Sprachkritik am kartesianischen Dualismus von Denken und dessen Ausdehnung demonstrieren die Arbeiten, dass das Nichtsagbare durch andere Medien als die Sprache gezeigt werden kann.
Um die Ordnung des Tatsachenwissens auf eine Ordnung jenseits des Wissens, der etablierten und anerkannten Wissensregister zu öffnen und derart die „Wahrheit dem Bereich der Erkenntnis zu entziehen, um sie der Ontologie zurückzuerstatten“, wie Giorgio Agamben sagt. Der Ontologie, das heißt: der Sphäre des Unmöglichen, des Realen jenseits der Realität.
Die Transfigurationen von Ute Müller widersetzen sich einer etablierten Ästhetik und einer inhaltlich eindeutigen Suggestivität der Form. Keine Notationen von Kalkül und Form, sondern ein Spektrum, dessen Dreh- und Angelpunkte an die musikalisch minimalistischen Partituren von John Cage in ihrer choreografischen Auflösung erinnern. Wie Merce Cunningham aus der Dekonstruktion körperlicher Bewegungsabläufe neue Tanzformen entwickelt, so produziert Ute Müller in ihren Bildern durch Transfigurationen neue Formen von Sichtbarkeiten.
Wenn es sich hier um Ereignisse im Sinne Roland Barthes handelt, dann um langsame Entgleisungen, die sofort produktiv genutzt werden. (Ursula Maria Probst)
(Fig.1–4)
Exhibition display, various materials, variable dimensions
Egg tempera on canvas, à 200 × 150 cm